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Tatort Berlin – ein neues Ermittlerteam

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Neue Kommissare, neuer Tatort: Berlin

Heute war wieder einer der seltenen Abende, an denen ich mir tatsächlich einen kompletten Tatort angesehen habe. Dazu trugen tatsächlich in erster Linie 2 Gründe bei:

  1. Endlich mal wieder Fernsehen ohne Werbeunterbrechung, schlechter Synchronisation und überbezahlten US Schauspielern
  2. ein NEUER Tatort: Berlin!

Dann wollen wir doch mal schauen, was so hängen geblieben ist von dem heutigen TV-Abend…

Wer sind die neuen Kommissare?

Nina Rubin (Meret Becker)

Also über die neue Kommissarin habe ich erfahren, dass sie bereits seit 6 Jahren in der Mordkommission tätig ist, dem Nachtleben frönt und es mit der Treue nicht ganz so ernst nimmt. Zudem scheint sie dem jüdischen Glauben angehörig zu sein und klingt immer ein wenig, als wenn sie die letzte Ecstasy Pille noch nicht ganz verstoffwechselt hat. Zusätzlich hat hier die Maske ganze Arbeit geleistet – oder aber extrem geschlampt! Wenn die Aufgabe lautete, eine völlig durchlebte Mittvierzigerin zu zeichnen, dann haben sie ihren Job perfekt gemacht! Die ersten Szenen zur Einführung einer neuen Kommissarin bestehen aus einer Techno-Underground-Party, einer gestellten Sado-Maso-Heimlich-Sexnummer und einem Ehemann und Vater, der gleich in den ersten 10 Minuten seine Frau mit den beiden Kindern verlässt. Muss das denn immer sein, dass Tatort Kommissare dermaßen Problem behaftete Charaktere sind?

Robert Karow (Mark Waschke)

Ein zwielichtiger und schwer zu durchschauender Kommissar mit einer zweifelhaften Vergangenheit. Man kann nur schwer einschätzen, ob er einfach viel weiß, viele Informanten hat oder vielleicht das Drehbuch schon zu weit gelesen hat zu Beginn. Seine hellseherischen Aussagen gleich zu Beginn lassen ihn in einem seltsamen Licht stehen. Zudem scheint er ein gestörtes Verhältnis zu französischen Autos zu haben, denn nie habe ich einen Mann – der gleichsam die Rolle eines Machos neu etabliert –  so oft sein Auto gerade an Frauen verleihen sehen wie den guten Herrn Karow. Vielleicht liegt es darin begründet, dass er gleich am ersten Tatort-Einsatztag Beweismittel vom Tatort verschwinden lässt und das nach nur 2 Stunden und 16 Minuten Zugehörigkeit zur Mordkommission.

Wo findet der neue Tatort statt?

Die Macher dieser deutschen Kultserie haben sich dieses Mal Berlin als Ort des Geschehens ausgesucht. Ich bin mir nur nicht sicher, welches Berlin sie sich wohl genommen haben! So weit ich mich an Berlin erinnere, fährt dort nicht jeder nagelneue Autos, wohnt in riesigen Altbauwohnungen und bekommt seine Pizza warm geliefert. Wo sind die Problemzonen, die Berlin ausmachen? Wo sind die täglichen Alltagserlebnisse in Berlin? Warum fällt niemandem auf, wenn eine blutüberströmte Jugendliche Nachts und auch am helllichten Tag durch Berlin stolpert? Wo ist der Alltag in Berlin geblieben? Alles nur offene Fragen und mit Sicherheit wird nicht das Berlin gezeigt, das jeder von uns irgendwie kennt. Doch lassen wir das einfach mal so stehen und erfreuen uns an dem Plot des ersten Tatort Berlin.

Worum geht es im Tatort Berlin? (ACHTUNG! Spoiler!)

[GARD ALIGN=“right“]Das Thema ist ein altes, aber immer aktuelles: Der Muli. Kurz erklärt sind es die Menschen, die von Drogenringen angeheuert werden, um Drogen in Bodypacks durch die Welt zu transportieren. Bodypacks sind kleine Menge Drogen, die (meistens) in Kondomen verpackt durch Verschlucken in den Körper verbracht werden. Interessant ist hier, dass tatsächlich ein wenig auf die Aktivitäten dahinter eingegangen wird: Das Üben des Verschlucken mittels Weintrauben und Pflaumen. Wie alles, was der Aufklärung dient, kann man auch hier wieder sagen, dass es ebenso gut auch eine perfekte Anleitung für Neulinge sein kann. Nun ja, es hat eben jede Medaille zwei Seiten! Das gute ist, dass der Tatort Berlin ebenso die Folgen und Kaltblütigkeit dieser Kartelle zeigt, wenn das mit dem Schmuggeln mittels Bodypack schief läuft. Nette kleine Sauerei am Anfang! Fraglich ist die Vorgeschichte, die sich allerdings im Nachhinein gut erklärt. Richtig verwirrend ist die Stellung des männlichen Parts des Ermittlerteams im Tatort Berlin. Erst ist er neugierig, dann weiß er alles, dann kennt er alle, dann ….. ich will ja nicht alles verraten ;)

Mein Resümee zum Tatort Berlin

Als erstes muss ich festhalten, dass es mal kein Tatort war, der am Ende wieder alles so bescheuert offen ließ wie die vielen anderen, die ich mir angesehen und mich aufgeregt habe, dass zu viele Fragen offen geblieben sind. Es war alles in allem eine geschlossene Story! Absolut unsinnig ist der Umstand, dass es mal wieder nur gestörte Charaktere in dieser Kombination gibt! Eine nymphomanische Partykommissarin, die von ihrem Mann und 50% der Kinder verlassen wird. Kinder, die auf die telefonische Aufforderung, ins Bett zu gehen, tatsächlich ins Bett gehen! ..und viele Eindrücke von Berlin, die ich nicht zuordnen kann. Der beste Punkt war irgendwie, dass der BER einen absolut genialen Gastauftritt in dem Tatort Berlin hat. Hier hat der RBB tatsächlich viel Humor bewiesen. Alleine schon der Satz „Ich muss einmal am Tag das Wasser laufen lassen, wegen der Ratten“ made-my-day. Weiterhin gibt es sozial verwahrloste Jugendliche – die auch noch Geschwister sind, einen Türken, der als Perser nach Deutschland kommt und einen Haarschnitt wie ein nicht sehr geschätzter Herr 80 Jahre in der Vergangenheit hat. Persönlich verwirrend war der Umstand, dass der Vorzeigebösewicht den Namen Berger (gespielt von Robert Gallinowski) trug. Faszinierend, wie eine Hospitantin, die gleich in der ersten Woche von einem Kommissar den Wagen und einen expliziten Auftrag bekommt, den wohl ein „normal sterblicher“ so hätte nicht ausführen können. Mit diesem Engagement würde ich ihr sofort einen Posten als Kommissarin anbieten und einen alten Sesselfurzer ersetzen (zumindest in der Realität!). Echt toll, man kann einen Ehering jahrelang in der Kanalisation suchen, man findet alte Bücher auf keiner Kippe der Welt wieder, verlorene Briefe bei der Post bleiben verschollen, aber kleinste Leichenteile fallen auf jeder Deponie auf und sorgen für ein kunterbuntes Stelldichein der Streifenhörnchen und Spezial-Cops. Wie ist Eure Meinung zum neuen Tatort Berlin?

Der Tatort Berlin versucht eindeutig zu sehr aufzutrumpfen, verliert dabei den Bezug zu Berlin und der tatsächlichen sozialen Realität der Hauptstadt, hat gute Ansätze, hätte Kommissare mit mehr Charakter und weniger sozialer Desolation besser vertragen. Ich lasse mich überraschen, in welche Richtung das weiter gehen mag. Wer den Tatort Berlin gerne noch einmal Revue passieren lassen möchte, der kann den kompletten Tatort DER MULI in der ARD Mediathek anschauen.

Weitere Hintergrundinformationen zum Tatort allgemein gibt es hier.

Autor: [TBer]

TBer, wer ist eigentlich dieser TBer? TBer ist ein ganz normaler Bewohner dieses Planeten genannt Erde. Er ist ein ganz normaler Typ mit einem Job, verschiedenen privaten Interessen, einer kleinen Familie und einem mehr oder weniger gesunden Menschenverstand, sowie einer eigenen Meinung und einer manchmal sehr eigenen Art von Humor. Eigentlich heißt er Thorsten W. D. Berger und wurde in den sehr frühen 70er Jahren mitten im Ruhrpott geboren. Dieser ist die Heimat eines ganz besonderen Schlag Menschen mit einer sehr innigen Beziehung zur Arbeit, die hier liebevoll "Maloche" genannt wird, hier gibt es auch eine ganz eigene Art von Humor, die man erst einmal verstehen muss. Viele Jahre seiner Kindheit hat er in einer der schönsten Städte der Welt, mit dem gestörtesten Verhältnis zu Düsseldorf verbracht: Köln. Die Jugend erlebte TBer aufgrund familiärer Umformungen in einem Bundesland, das ihm selber wie vielen anderen Menschen auch ein kleines Geheimnis ist: Hessen. Von hier aus ging die Reise über Bayern in den Norden der Republik. Seit Mitte der 90er nun schon wohnhaft im interessanten und manchmal verwirrenden Hannover. Von hier aus erzählt TBer von seinen Erlebnissen, Gedanken und lässt diesen auch manchmal einfach freien Lauf in seinen Texten und/oder Videos. TBer ist der Typ Mensch, der sich basierend auf seiner Erfahrung das Leben einmal genauer betrachtet und viele Geschehnisse auf sich wirken lässt unter Berücksichtigung der modernen Informationstechnologie und Quellen, die dem interessierten Bürger zur Verfügung stehen. Er hat niemals und wird niemals den Anspruch erheben, alles richtig zu verstehen, geschweige denn verstanden zu haben. Es ist auch nicht alles bierernst zu nehmen oder gar wissenschaftlich fundiert, was hier so zu finden ist. Doch auch diese Gedanken dürfen und müssen von einem mal zu Ende gedacht werden! Wichtig ist, einfach mal mit den Gedanken auszubrechen und sich zu lösen von indoktrinierten Gedankenmustern und zu erkennen, ob es da draußen doch irgendwo intelligentes Leben gibt....

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