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TBers Welt - 50 Euro Eintritt in die Notaufnahme
TBers Welt - 50 Euro Eintritt in die Notaufnahme

50 Euro Eintritt in die Notaufnahme

| 4 Kommentare

überfüllte Notaufnahmen in Deutschland

Es ist nicht neu und auch kein Phänomen der Neuzeit: viele Menschen mit dem Bedarf einer medizinischen Betreuung wenden sich immer häufiger an das regionale Krankenhaus. Dieses hat nicht erst seit gestern dazu geführt, dass etwa 90% aller Fälle, die in den Krankenhäusern und Notaufnahmen dieser Nation behandelt werden, gar keine Notfälle sind! Viele Menschen bewerten ihre eigene Erkrankung vielleicht zu hoch oder haben vielleicht keinen wirklichen Hausarzt oder auch keinen Bezug oder sogar Vertrauen in diesen. Jetzt hat der Vorsitzende der KVN (Kassenärztliche Vereinigung), Herr Mark Barjenbruch, vorgeschlagen, dass jeder in der Notaufnahme zu behandelnde Patient einen „Eintritt“ von €50,00 zu entrichten habe.

Das ist doch totaler Mumpitz!

Welchen Sinn hat denn bitte eine Gebühr von 50 Euro, bevor ich in der Notaufnahme behandelt werden kann? Hier wird es zu Auswüchsen kommen, die wir bereits bei der Praxisgebühr beobachten konnten. Man stelle sich einmal den Notfallpatienten mit lebensbedrohlicher Erkrankung / Verunfallung vor (ja, so definiere ich einen Notfallpatienten!). Dieser wird vielleicht sogar mit einem Rettungsfahrzeug angeliefert. Dann liegt dieser auf der Trage, kann die 50 Euro nicht entrichten… und schon ist der nächste Eklat vorprogrammiert! Wollen die Damen und Herren in der Notaufnahme vor jeder Notfallbehandlung die Bonität eines Patienten prüfen, bevor dieser als „kreditwürdig für eine Behandlung“ eingestuft wird? Es ist der vollkommen falsche Ansatz, hier mit dem Mittel der „Abschreckung durch finanzielle Belastung“ zu handeln. Spätestens die einkommensschwachen Mitbürger werden diese Gebühren übernommen bekommen – vom Staat. Das wären dann wieder die, die nicht wegen jedes Schnupfens in die Notaufnahme rennen. Damit wäre das System wieder ad absurdum geführt.

Aufklärung statt Abschreckung

Der richtige Ansatz ist hier eher der Ansatz der Aufklärung. Diese muss rechtzeitig und allumfassend durchgeführt werden. Ein erster Schritt kann hier die Sensibilisierung der Patienten in der Notaufnahme sein, die nicht wirklich einer Notfallbehandlung bedürfen. Dieses auch gerne mit dem Hinweis, dass entstehende Behandlungskosten auf den Patienten zurück fallen können. Dieses ist dann Aufgabe der entsprechenden Krankenversicherung. Meines Wissens nach ist eine Notfallbehandlung oft kostenintensiver als eine reguläre beim jeweiligen Allgemeinmediziner / Hausarzt. Denn auch diese Kosten werden in der Folge wieder durch andere Versicherungsnehmer mitgetragen werden müssen. Dieses kann dadurch erzielt werden, dass Versicherte noch einmal darauf hinzuweisen sind, dass sie eine Mitwirkungspflicht an der Gestaltung der Kosten zur Genesung haben.

Wer geht denn mit Schnupfen in die Notaufnahme?

Meistens sind es doch Menschen, denen zu Zeiten wenn reguläre Arztpraxen geschlossen sind einfällt, dass sie plötzlich Kopfschmerzen haben. Oder aber Menschen, denen aufgrund eines vollen Arbeitstages kaum Zeit bleibt, zu regulären Sprechzeiten einen Arzt aufzusuchen. Dann wird auch schnell ein geschwollener Finger, der vielleicht schon seit 2 Tagen geschwollen ist, als lebensbedrohliche Situation eingestuft und Unfallpatient in der Notaufnahme muss sich in Geduld üben, weil nun einmal jeder einen Anspruch auf medizinische Versorgung hat. Es sind ohne Zweifel in den meisten Fällen spontane Erkrankungen, die allerdings auch mit großer Wahrscheinlichkeit ausreichend Zeit bis zur Behandlung bis zum folgenden Tag hätten. Wenn Sie es nicht hätten, dann wären es Notfälle und korrekt aufgehoben in der Notaufnahme.

Landläufig hält sich auch die Meinung, dass Besucher von Notaufnahmen auch Patienten seien, die keinen Zugang zu einem Allgemeinmediziner haben. Das ist in vielen Regionen in Deutschlands keine Ausnahme, denn der altbekannte Landarzt ist dabei, aus zu sterben.  Die jungen Ärzte zieht es in die Städte und die allgemeine Landflucht macht auch vor Medizinern kein Halt! Hier hat auch eine höhere Stelle versagt, als dass man die Schuld an Patienten übergeben könnte, die vielleicht sogar mit einfachen Leiden / Beschwerden sich an eine Notaufnahme wenden.

Der Hippokratische Eid

Es ist auch falsch, hier als Schuldigen eventuell sogar den Mediziner mit einzubeziehen. Der hat sich entsprechend des hippokratischen Eids seinerzeit dazu verpflichtet, leidenden Menschen zu helfen. (Punkt) Natürlich kann hier noch unterschieden werden nach Dringlichkeit, doch wer möchte gerne einen Patienten mit einem gestauchten Finger nach der Hälfte der Behandlung wieder ins Wartezimmer setzen, wenn ein Patient mit 2 gestauchten Fingern kommt? Oder wenn dann einer mit 4 oder einer mit 5 … man möge mir die Analogie nachsehen…

Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken!

In meinen Augen liegen die Probleme einerseits darin, dass hier nicht ausreichend sensibilisiert wird auf Seite der Patienten. Des weiteren muss dem Jungmediziner die Eröffnung / Übernahme einer Praxis auf dem Land wieder schmackhafter gemacht werden, dass weniger Patienten von dort ins nächst gelegene Krankenhaus in die Notaufnahme fahren. Weiterhin ist es falsch, dieses Eintrittsgeld zu erheben, da es sich am Ende der Kette doch wieder auf alle Patienten niederschlägt und dadurch nichts gewonnen wurde, außer eine weitere Unzufriedenheit bei den Krankenkassenmitgliedern und den Arbeitgebern ob der schon wieder gestiegenen Beitragssätze!

Lieber Herr Mark Barjenbruch am besten erst einen Gedanken ganz zu Ende führen und dann lustige Ideen proklamieren.

Verweise:

http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/Notfallambulanzen-KVN-Chef-fordert-50-Euro-Eintrittsgebuehr

 

Autor: [TBer]

TBer, wer ist eigentlich dieser TBer? TBer ist ein ganz normaler Bewohner dieses Planeten genannt Erde. Er ist ein ganz normaler Typ mit einem Job, verschiedenen privaten Interessen, einer kleinen Familie und einem mehr oder weniger gesunden Menschenverstand, sowie einer eigenen Meinung und einer manchmal sehr eigenen Art von Humor. Eigentlich heißt er Thorsten W. D. Berger und wurde in den sehr frühen 70er Jahren mitten im Ruhrpott geboren. Dieser ist die Heimat eines ganz besonderen Schlag Menschen mit einer sehr innigen Beziehung zur Arbeit, die hier liebevoll "Maloche" genannt wird, hier gibt es auch eine ganz eigene Art von Humor, die man erst einmal verstehen muss. Viele Jahre seiner Kindheit hat er in einer der schönsten Städte der Welt, mit dem gestörtesten Verhältnis zu Düsseldorf verbracht: Köln. Die Jugend erlebte TBer aufgrund familiärer Umformungen in einem Bundesland, das ihm selber wie vielen anderen Menschen auch ein kleines Geheimnis ist: Hessen. Von hier aus ging die Reise über Bayern in den Norden der Republik. Seit Mitte der 90er nun schon wohnhaft im interessanten und manchmal verwirrenden Hannover. Von hier aus erzählt TBer von seinen Erlebnissen, Gedanken und lässt diesen auch manchmal einfach freien Lauf in seinen Texten und/oder Videos. TBer ist der Typ Mensch, der sich basierend auf seiner Erfahrung das Leben einmal genauer betrachtet und viele Geschehnisse auf sich wirken lässt unter Berücksichtigung der modernen Informationstechnologie und Quellen, die dem interessierten Bürger zur Verfügung stehen. Er hat niemals und wird niemals den Anspruch erheben, alles richtig zu verstehen, geschweige denn verstanden zu haben. Es ist auch nicht alles bierernst zu nehmen oder gar wissenschaftlich fundiert, was hier so zu finden ist. Doch auch diese Gedanken dürfen und müssen von einem mal zu Ende gedacht werden! Wichtig ist, einfach mal mit den Gedanken auszubrechen und sich zu lösen von indoktrinierten Gedankenmustern und zu erkennen, ob es da draußen doch irgendwo intelligentes Leben gibt....

4 Kommentare

  1. Hmm… Nee nicht wirklich sinnig, was wenn jemand am we zB oder Abends einen(zumindest seiner Meinung nach) Notfall hat und keine 50 euro hat( ist ja nun etwas, das in Deutschland auch nicht unbedingt unbekannt ist)?
    Werden Notfälle davon befreit? Wenn ja wie genau wird ein Notfall definiert? Letztlich bedeutet das um einiges mehr an Arbeit für das Personal.

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